Malebenleben Blog

  • Let’s Blog!

    Mal eben bloggen – das ist an sich nichts Neues für mich. Damals habe ich so meine Reise dokumentiert und ehrlich gesagt, tat es mir im Herzen weh, als ich den Blogteil aus meiner Homepage löschte. Es war ein Teil meines Lebens, der beste Teil meines Lebens. Nun belebe ich das alles wieder, in der weisen Voraussicht, dass ein neues Abenteuer auf mich wartet. Das ist sicher!

    Die Türen stehen offen, erste Sonnenstrahlen finden ihren Weg durch den Schlitz und ich blinzle hoffnungsvoll den Möglichkeiten entgegen, die mich hinter der Tür erwarten. Seid ihr dabei und habt Bock zu lesen, was mir durch den Kopf geistert? Ich bin selber gespannt, was auf uns zukommt. Umso mehr freue ich mich über jeden, der sich an meinen Gedanken und Worten erfreut und die ein oder andere Interessantheit für sich entdeckt.

    Liebe Grüße aus den Weiten der Welt!

    Martin

  • Schuld als die ängstliche Schwester der Verantwortung

    Dieses Thema kam mir in den Sinn, als ich die Serie „How to get away with murder“ schaute. Denn ständig beschuldigten sich die Personen gegenseitig, an etwas schuld zu sein. Und ich stehe zur Zeit an einem Punkt, an dem ich ganz klar beobachten kann, dass ich solch ein Verhalten gar nicht mehr praktiziere. Auch in Gedanken erscheint es mir absurd, jemandem die Schuld für etwas zu geben, was mich betrifft. Ich erkläre gleich noch näher, was genau ich damit meine und wie weit dieses Thema reicht.

    Bürgen

    Zuerst möchte ich auf ein anderen Begriff eingehen, der Ähnliches aussagt – Bürgen. Unter anderem steht dieses Wort dafür, für die Rückzahlung einer Schuld zu haften. Es wird also die Schuld zum Erklären des Begriffes Bürgen genutzt. Und folgerichtig somit steht wohl auch der Bürger in irgendeiner Schuld. Ist es also Normalität, in eine Gesellschaft hineinzuwachsen, die uns von unserer Geburt an eine Schuld auferlegt, mit der wir leben müssen? Steht es uns nicht einmal zu, diese Schuld anzuerkennen oder abzulehnen? Da es sich in erster Linie „nur“ um eine Begriffsdeutung handelt, soll der Gedanke an der Stelle nicht fortgeführt werden. Für mich ergeben sich wichtigere Fragen, die mit sozialen Interaktionen zu tun haben.

    Schuld suchen

    Wenn wir in einer Welt leben, die uns die Möglichkeit zuspielt, alles und jedem die Schuld für ein Geschehen, eine Situation oder Lage zu geben, kann es ja nur an jeder Ecke Schuldige geben. Das Wetter ist schuld, mein Nachbar ist schuld. Du bist schuld! So etwas hören wir tagtäglich durch unsere Gesellschaft hallen. Ich nehme mal ein ganz markantes Beispiel:

    Jemand begeht Selbstmord. Die einzelnen Familienmitglieder wollen die Ursache herausfinden, sind aber so schon sehr zerstritten und nicht gut aufeinander zu sprechen. Dann kommt das erste Argument: „Sein Vater ist schuld. Er hat ihn ständig blamiert und schikaniert.“ Der Vater verteidigt sich, indem er antwortet: „Ich habe das doch nur gemacht, weil seine Mutter mich immer kontrollieren will und ich nie meine Freiheit habe. Er war dann halt das Ventil, an dem ich meinen Frust ablassen konnte. Sie ist daran schuld.“ So könnte das immer weitergehen. Das eigentliche Problem der Schuldsuche ist allerdings, dass diese einen weit verketteten Ursprung hat. Wahrscheinlich wäre der Urknall am Ende der Urheber aller anderen Übel. Verstehst du, was ich sagen will? Es findet sich immer eine Ursache vor der Ursache, die an etwas schuld sein soll. Wenn ein Baum umkippt, dann weil das Auto dagegen gefahren ist. Das Auto ist dagegen gefahren, weil der Mann betrunken war. Der Mann war betrunken, weil seine Frau ihn verlassen hat. Ist also die Frau schuld daran, dass der Baum umgekippt ist? Oder doch eher der Liebhaber, für den die Frau ihren Mann verlassen hat? Oder die Eltern des Liebhabers, weil diese ihn falsch erzogen haben? Du merkst selbst, dass man diese Kette noch eine ganze Weile fortsetzen könnte.

    Suchen und Finden

    Sucht man nach der Schuld, wird man sie definitiv irgendwo finden. Die Frage ist, wie lange man nach ihr sucht. Ist man mit dem erstbesten Fund zufrieden oder wirft man sich den Schuldball eine Weile zu, bis die Lust am Schuldsuchen vergangen ist? Könnte man das ganze Prozedere dann nicht gleich lassen und sich mit deutlich wertvolleren Themen beschäftigen, die am Ende auch etwas bringen? Dafür müsste es einen Weg geben, die Schuld weder zu suchen noch zu finden. Aber wie? Sehr gute Frage, ich erkläre dir, wie ich das sehe:
    In dem Wissen, dass Schuld eine lange Kette kausaler Zusammenhänge ist, die uns ins Nichts führt, können wir doch unseren Fokus darauf legen, dass es niemals jemanden oder etwas gibt, der/das schuld an etwas ist. Denn vermutlich ist die Schuldzuweisung vielmehr ein Versuch, sich die Verantwortung für die Lage, in der man sich befindet, nicht einzugestehen.

    Aus Schuld wird Verantwortung

    Es gibt meiner Meinung nach einen Weg, aus einem Lebensstil der Schuldzuweisung herauszukommen. Der Schlüssel dafür lautet „Verantwortung“. Wenn du dir bewusst machst, dass du gerade etwas oder jemandem die Schuld zuschieben möchtest, dann halte kurz inne und behalte diesen Gedanken bei dir. Nimm ihn wahr als den Anfang einer unendlichen Kette negativer Vibes, die du bestimmt nicht in die Welt senden möchtest. Was könntest du stattdessen mit diesem Gedanken tun? Vielleicht hilft es, wenn du – anstatt die Schuld im Außen zu suchen – dich als Urheber deiner jetzigen Situation siehst. Du bist nicht das Opfer äußerer Einwirkungen. Denn du bist immer auch Erschaffer. Du kreierst deine Welt und deine Sicht auf die Welt. Also kreierst du auch den Schuldgedanken, oder was natürlich besser ist, übernimmst stattdessen die Verantwortung für dein Leben, in dem Moment, in dem du gerade bist.

    !! Verwechsle die Verantwortung aber bitte nicht mit dem Dir-selber-Schuld-Geben. !!