9 Dinge, die in Malaysia definitiv anders sind

Mir kommt Malaysia und insbesondere Kuala Lumpur vor, als wäre es meine zweite Heimat. Ich kenne die Straßen, viele Insidertipps und wie die Leute so ticken. Dennoch gibt es manche Dinge, die ich mit der Zeit vergessen habe, die sicher auch jedem Reisenden beim ersten Besuch auffallen werden. Deshalb habe ich diese wissenswerte Liste aufgestellt und hoffe, dass sie dir bei deiner Reise in dieses wunderschöne Land behilflich ist. Und falls nicht, dann dass sie dich wenigstens ein wenig unterhalten hat. (Punkt 8 ist mein Liebling 😁)

Malaysia ist kulturell ein sehr diverses Land mit vielen Ethnien, die alle koexistieren.

1.    Klima

Es ist etwas, das man nicht auf Fotos und Videos festhalten kann. Es muss in Erinnerung bleiben. Anscheinend habe ich das nach 4 Jahren tatsächlich nicht mehr exakt im Sinn gehabt. Es gab in der Zeit in Deutschland keinen einzigen Tag, an dem ich so geschwitzt habe wie hier. Das liegt nicht an der Temperatur, sondern an der extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Du kennst es ansatzweise von Sommertagen, an denen direkt nach einem Gewitter die pralle Sonne scheint. Stell dir das deutlich stärker vor. Kannst du nicht? Dann ab nach Südostasien und Erfahrung gemacht!

2.    Verkehr

In Malaysia fahren viele Autos, wenige LKWs und am meisten Motorräder. Diese sind manchmal extrem laut.

Ich habe nicht vergessen, dass man in Malaysia auf der linken Seite fährt. Dennoch kriegt mein Kopf es nicht auf die Reihe, beim Überqueren der Straße in die richtige Richtung zu gucken. Ich weiß, dass ich vor vier Jahren keine Probleme damit hatte. Ich war aber zuvor auch schon in Thailand und Indonesien mit dem Roller gefahren. Wahrscheinlich hilft die aktive Teilnahme am Verkehr, das Gehirn anzupassen.
Weiterhin ist wichtig für dich zu wissen, dass Zebrastreifen in Malaysia dem Fußgänger keine Rechte einräumen, einfach loszulaufen. Man muss trotzdem warten, bis alle Autos weg sind, sonst riskiert man einen sofortigen Unfall.

3.    Gelassenheit

Während wir in Deutschland an der Kasse kaum hinterherkommen beim Einräumen, ist es in Malaysia komplett anders. Da sitzen manche Kassierer gern noch ein paar Augenblicke hinterm Tresen und schreiben eine Nachricht zu Ende. Oder sie erzählen einem Freund, der gerade da ist, noch die Geschichte zu Ende.
Man kann so sehr schnell lernen, gelassen zu sein, und den Zeitdruck der deutschen Lebensweise abzulegen. Denn was hilft es, wenn man die Person stresst? Am Ende haben nur alle schlechte Laune.

4.    Preise

Sicher weißt du bereits, dass Südostasien deutlich günstiger als Europa ist. Egal, ob Hotels, Lebensmittel oder was man sonst so kaufen kann – es bleibt am Ende mehr im Portmonee übrig als gewohnt. Was schon mal eine gute Sache ist. Aber es geht sogar noch günstiger.
Die meisten Einheimischen wissen ja, dass Touristen mehr Geld haben als sie. Wer schon mal auf dem Polenmarkt war, weiß, wie das funktioniert.
Deshalb: Sei ein Reisender. Reisende gehen gern mal in ein paar Seitenstraßen schauen und finden oft andere Shops und Restaurants – nämlich die für Einheimische. Dann kostet ein Essen nicht mehr 4 oder 6 Euro, sondern sogar nur noch 2-3 Euro. Genauso geht das auch mit Elektronik und anderen Utensilien.

*** Übrigens ist es üblich, dass man in Malaysia kein Trinkgeld gibt. Es ist keinesfalls unanständig, es wegzulassen. Das sagt uns erstmal nur unser Kopf. 

5.    Kopftücher

Die älteste Moschee in Georgetown auf der Insel Penang im Norden von Malaysia.

Malaysia ist ein hauptsächlich muslimisches Land, genauso wie Indonesien. Es gibt viele wunderschöne Moscheen, Räume zum Beten und eben auch Kopftücher bei den Frauen. Es ist so faszinierend, all diese asiatischen Gesichter in Tücher eingehüllt zu sehen. Indonesien war das erste Land, das mir klarmachte, dass nicht nur Araber Muslime sind. Klingt vielleicht super stumpf, aber so war es. Und in Malaysia, speziell Kuala Lumpur, treffen dann alle Ethnien und Religionen zusammen. Und das macht es so spannend!

Solche Girlanden und Ketten werden von indischen Einwohnern handgefertigt. Meistens findet man solche Stände in der Nähe hinduistischer Tempel.

6.    Sprache(n)

Du kennst bestimmt „Nasi Goreng“ oder weißt, dass das ein Reisgericht ist. Weißt du auch, dass der Begriff Malaysisch ist? Bahasa Malaysia ist die malaysische Sprache. Zusammen mit Bahasa Indonesia eine der einfachsten Sprachen der Welt, da sie weder über Zeitformen oder Fälle oder gebeugte Verbformen verfügt. Aber nicht nur das: Viele Wörter lehnen an das Englische an, nur werden sie anders geschrieben. Fast so, wie man sie spricht. So wird aus dem Ticket Counter der Tiket Kaunter. In Malaysia sprechen die Menschen aber auch noch Chinesisch und Indisch sowie viele andere Sprachen.
Mein Lieblingswort ist „hati“, was Herz bedeutet. Spricht man es doppelt (hati-hati) heißt es „Vorsicht!“.

Englisch, Malay und Chinesisch – nur Indisch sieht man auf keinem Schild.

7.    Sprechen in der Öffentlichkeit

Apropos Sprechen – es ist nicht gern gesehen, in der Öffentlichkeit seine Lautstärke zu heben. Dadurch stört man die Privatsphäre der anderen und das rückt einen ins schlechte Licht. Man bekommt höchstens mal beim Essen ein wenig mit, worüber die Leute so reden. Am leisesten ist es in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort spricht man anscheinend nur in Ausnahmefällen. Dadurch scheint es viele Handyzombies zu geben. Wann immer ich in eine Bahn komme, etwa 90% der Leute schauen auf einen Bildschirm.

8.    Toiletten

Man, habe ich sie vermisst! Die „Bum-Gun“ – auf Deutsch Arschkanone. So nenne ich den Schlauch mit Düse, der mit solchem Druck Wasser spritzt, dass er in Deutschland direkt zum Löschen eines Feuers genutzt werden könnte. Bei dem scharfen Essen muss da ja wirklich manchmal etwas gelöscht werden. Na gut, ganz so schlimm ist es nicht. Aber in Südostasien kann man sich sofort daran gewöhnen, dass der Popo nicht mit Papier, sondern mit Wasser saubergemacht wird. Findest du das umweltbewusst?

9.    Gerüche und Müll

Auch Gerüche kann man visuell nicht festhalten. Ich habe schlichtweg vergessen, dass zu einer vollumfänglichen Südostasien-Erfahrung auch unangenehme Düfte zählen. So wurde meine Nase beim Streifen durch die Gassen Kuala Lumpurs öfter mal daran erinnert, dass Abfälle bei den Temperaturen immer schneller verwesen als im Kühlschrank. Darüber hinaus wird ja vieles einfach weggeschmissen und -geschüttet – aus dem Auge, aus dem Sinn. So auch das Brackwasser, Essensreste und Urin. Wie lange Müllsäcke dann noch warten, bis sie abgeholt werden, kann ich auch nicht sagen. Auf jeden Fall könnte Malaysia mal ein Pfandsystem für Plastikflaschen einführen. Hätte es das bereits, wäre ich jetzt reich.

Zusatz: Züge in Kuala Lumpur

Kleiner Funfact: Viele Bahnlinien in Kuala Lumpur werden komplett automatisch betrieben, was bedeutet, dass weder vorne noch hinten ein Zugführer sitzt. Es gibt nie eine Verspätung und man kann durch die Frontscheibe schauen, als würde man selbst den Zug führen.

Nun hast du viel über Malaysia erfahren und bist für eine eventuelle Reise gut gewappnet. Gibt es noch offene Fragen oder möchtest du etwas anmerken? Dann hinterlass mir doch einen Kommentar. So kann ich dir noch besser helfen.

5 Gedanken zu “9 Dinge, die in Malaysia definitiv anders sind

  1. Hallo Martin,
    Deine Berichte sind für mich sehr interessant, da wir noch nicht so weit gereist waren und bestimmt auch nicht mehr können.
    Ab heute bin ich nun wieder alleine und habe Zeit dein Buch weiter zu lesen.
    Dir einen schönen Tag. LG aus Cottbus

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  2. Hallöchen Martin. Also zum Thema Gelassenheit… dein Beispiel mit der Kasse ist genau richtig bei mir gelandet, denn ich finde es immer soooo stressig bei uns , wie das an den Kassen abläuft. Das wünsche ich mir schon lange anders. Entspannt und in Ruhe einpacken und bezahlen.
    Das Thema „leise sprechen“ ist genau das selbe. Ich finde es sehr anstrengend, wenn sich Menschen laut unterhalten, fast anbrüllen dabei. Oder das Handy im Café oder anderswo laut stellen, um sich mit Jemanden zu unterhalten. Für mich kaum auszuhalten. Ich sage dann auch schon mal was, natürlich ganz freundlich.
    Das mit den Zügen, die automatisch fahren ist sehr interessant, wusste ich noch nicht. Auch den Popo 😃😃😃😃mit Wasser säubern wusste ich nicht.
    Liebe Grüße von hier aus dem kalten Deutschland und mach weiter so. Sehr interessant und lehrreich.
    😍👌🏻🥰

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  3. Eine Mischung aus persönlichem National-Geografic, Reiseführer und wieder das Kopfkino. Wieder einmal total spannend zu lesen und kaum zu glauben, wie eine komplett andere Welt dabei nur ein paar tausend Kilometer weit weg. Ich bin im Sommer schon immer leicht genervt von Fruchtfliegen und anderen Insekten, die sich an unseren Mülltonnen aufhalten, dort können dann vermutlich Maden sprechen und Ratten haben eine eigene Postleitzahl für ihren Bau? Ich finde viele deine Bilder und auch dieser Blockbeitrag lassen ein Wort bei mir innerlich erscheinen, „Achtsamkeit“. Vermutlich wird dort gerade die ältere Generation achtsamer und wertschätzender mit Hab und gut umgehen. Toller neuer Beitrag 🙂

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    1. Danke für deine ausführliche Rückmeldung. Das hilft mir sehr. Sicherlich ist Achtsamkeit hier ein wichtiges Wort, aber man darf es nicht gleich mit innerer Ruhe oder Gelassenheit verwechseln. Die Menschen hier stressen sich einfach nicht gern. Immerhin ist es sauheiß und anstrengend bei solch hoher Luftfeuchtigkeit. Ich denke, von dieser Mentalität kann man sich durchaus etwas abschauen. Dann kommt automatisch Achtsamkeit dazu.

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