Unglaubliche Ereignisse und Tränen der Freude

Wenn ich an diesen Tag in Langkawi zurückdenke, von dem ich hier gleich erzähle, dann empfinde ich tiefe Freude und dieses unbändige Gefühl von Freiheit. Ich würde fast meinen, ich war seit Jahren nicht mehr so glücklich. Und ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich diese Freude auch mal rausgelassen habe. Aber mit 50km/h übers offene Meer zu rasen und eine Landschaft zu erkunden, die der von fremden Planeten gleichkommt, das ist eine Handvoll Glück und die nahm ich tief in mir auf.

8 Inseln und ein Lachen, das nicht aufhört

Nach einem verregneten Tag, an dem wir die Jetski-Tour verschoben, starteten wir am folgenden Morgen vom Strand aus mit fünf anderen Jetskis, die alle von Pärchen besetzt waren. Leider waren wir nicht nur zu zweit mit dem Guide unterwegs – dem Regen geschuldet. Nun nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ging es direkt durch die steil in den Himmel ragenden, regenwaldbewachsenen Inseln aufs offene Meer hinaus. Die Wellen rauschten, aber noch lauter rauschte der Motor des Jetskis, das bei großen Wellen immer wieder mit der Spitze abhob und das salzige Wasser nur so in die Höhe spritzte. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach wäre, die insgesamt 8 Jetskis in der vorgegebenen Pfeilformation zu manövrieren, doch mit der Zeit funktionierte das echt gut. Manche der Paare fielen sehr weit ab, aber das war mir egal. Giom und ich blieben auf Höhe der Guides (es saßen zwei auf dem Jetski, damit einer dauerhaft nach hinten schauen kann). Je länger wir über das türkisblaue, aufschäumende Meer flogen, desto mehr kam ich im Moment an. In dem Moment, in dem ich einfach tat, was richtig Spaß macht. Aber das Meer überquerten wir ja nur, um bald die erste Insel zu erreichen. Und die sah aus wie eine schwangere Frau, die auf dem Rücken liegt. Dabei war in meinen Augen gar nicht die Form dieser Insel so sehenswert, sondern der Punkt, an dem wir hielten. Vor der Insel befanden sich weitere Inseln. Diese waren an manchen Stellen so steil, dass ich fasziniert war, wie da noch Bäume wachsen konnten. All diese kleinen Inselchen waren einfach voll mit Urwald, ganz ohne Zivilisation. Bestimmt einhundert Meter ging es da hoch, schroffer gelb-orangener Sandstein, seit Jahrtausenden ausgewaschen und zerklüftet. Und immer wieder wuchs an der Kante doch noch der ein oder andere Baum, hing die ein oder andere Liane. Ich konnte mich gar nicht satt genug daran sehen, doch wir fuhren weiter.

Kannst du die Umrisse der schwangeren Frau erkennen? Kleiner Tipp: In der Ferne rechts ist der Kopf, links der Bauch.

Es waren nicht die ersten Adler, die ich hier auf Langkawi entdeckte, aber hier inmitten dieser Insellandschaft waren definitiv mehr zu sehen. Diese majestätischen, schwebenden Jagdvögel mit ihren stechend scharfen Augen und ebenso scharfen Krallen. Sie flogen über meinen Kopf hinweg. Da ich diese Tiere liebe, war ich nun vollkommen in meiner Welt angekommen. Der zweite Stopp war übrigens eine weitere Steilwand, die mich noch viel mehr beeindruckte. Denn wir fuhren ganz langsam und ganz nah daran vorbei. Ich konnte einen weiteren Vogel entdecken, den ich noch nie gesehen habe. Der Dschungel ragte derweil bis an die allerletzte Grenze des Belebbaren. Es war ein undurchdringbares Geflecht aus uralten Pflanzen – kein Territorium für einen Menschen. Und weißt du, wie sehr ich es in dem Moment liebte, diese Tour zu machen? Das Geld dafür auszugeben, auch wenn ich ein wenig traurig war, dass die Tour nicht wie gewünscht durch die Mangroven führte. Diese Erfahrung war es allemal wert und gerade jetzt zählte nur, wie nah ich dieser perfekten Natur war und gleichzeitig ein sportliches Ereignis erleben durfte.

Die Steilklippen, bewachsen mit tiefstem Urwald. Dazu das türkisblaue Wasser – eine Traumwelt, wie es scheint.

Ungewollter Umweltverschmutzer

Wir fegten erneut über die wallende Oberfläche hinweg, bis wir uns inmitten einiger Inseln befanden. Hier war die See ruhiger und wir glitten nur noch so dahin, bis uns die Guides zum Anhalten brachten. In dieser Felsformation sollte es ein besonderes Echo geben, das sie uns demonstrierten. Und ja, es war auf jeden Fall so viel stärker als gewohnt. Kurz darauf erreichten wir eine Stelle, an der wir eine Pause machten. In der Zeit besuchten Giom und ich den größten Süßwassersee in Malaysia. Er lag inmitten einer der Inseln. Natürlich kühlten wir uns darin ab. Auf dem Weg zurück wurde mir von einem Affen so schnurstracks die leere Plastikhülle eines Kuchens stibitzt, dass ich gar nicht reagieren konnte. War ich nun für den Müll dort verantwortlich oder der Affe?

Wir tranken noch einen frischen Karotten- und Wassermelonensaft und ich verfolgte noch einen echt riesigen Schmetterling, der fast in das Netz einer ebenso riesigen Spinne flog, bevor es wieder auf die Wasserbikes ging.

Rotrücken und Weißbäuche

Ich bemerkte, wie ich auf offenem Meer Vollgas gab und mich freute wie ein kleiner Junge. Ich lachte immer wieder laut – und es interessierte niemanden, da man nichts weiter hören konnte, als den eigenen Motor. Ich spürte, wie mein Körper voller Freude war, und nicht zu lachen, wäre unnatürlich gewesen. Also ließ ich es zu und es tat soooooo gut! Wie gesagt, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so glücklich war.

Der vorletzte Halt war eine kleine Insel, auf der wir eine halbe Stunde am Strand oder im Wasser verbringen konnten. Wir bemerkten andere Menschen, die wahrscheinlich mit einem Boot zu dieser Insel gelangt waren. Wie es aussah, konnte man auf dieser Insel in kleinen Zelten übernachten. Einen Wasserfall sollte es auch geben, so die Info der Guides. Giom schaute noch am selben Tag, ob wir so eine Übernachtung gebucht bekamen.

Aber erstmal sollte es zur letzten, aber nicht weniger spannenden Stelle kommen, die zur Tour gehörte: Das Füttern der wildlebenden Adler. Als wir die letzte Insel erreichten, kreisten nur zwei bis drei Adler weit über unseren Köpfen umher. Doch schon durch das Geräusch der Motoren wurden weitere Adler angelockt. Und als die Guides die Shrimps ins Wasser warfen, wurde das Gemetzel eröffnet. Und auf einmal waren da mehr als 30 oder sogar 40 Adler und kämpften um die wenige Beute, die auf dem Wasser trieb. Dabei erblickte ich zwei Arten von Adlern. Viele waren Rotrückenadler, manche riesige waren sogenannte Weißbauch-Adler. Da ich meine Kamera nicht dabeihatte, blieb es bei einem Handyvideo, das ich dir aber nicht vorenthalten möchte. Einfach beeindruckend, wie enorm groß diese Vögel sind.

Danach ging es im Eiltempo zurück an den Strand, von dem aus wir gestartet waren. Und nach vier Stunden war das Spektakel dann zu Ende – leider ohne Mangroven, aber nicht weniger spektakulär und atemberaubend. Dieses Ereignis wird mir lange in Erinnerung bleiben und ich hoffe, dir konnte ich einen Einblick geben in diese wunderbare Aktion, die sich mehr als gelohnt hat.

Ein Selfie auf dem Wasser. Ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Das war einfach mega geil!

Baseball und Nightmarket

Nachmittags sollte es aber noch lange nicht vorbei sein. Ich traf Lio (die Angestellte in der Agentur, bei der ich auch meinen Roller mietete und am Regentag vier Stunden bei ihr verbrachte und quatschte) am Strand und warf ein paar Baseballs zusammen mit einem Pärchen aus Kanada. Es hat echt Spaß gemacht und wer denkt, dass einfaches Werfen nicht anstrengend ist, der darf gern eine Runde mit mir Baseball spielen, wenn ich zurück bin.

Abends ging es, nach einem Pläuschchen bei Lio, noch zum Nightmarket, der einmal wöchentlich stattfindet. Ich holte mir nicht nur viel zu viel der Köstlichkeiten von dort, sondern fing auch das rege Treiben und kunterbunte Angebot an Speisen und Getränken auf eine besondere Weise mit meiner Kamera ein. Ich bearbeitete die Fotos absichtlich in einem analogen Stil. Ich finde, das unterstützt diesen fast schon altertümlichen Brauch eines Marktes deutlich.

Weitere Aussichten

Nun, es gibt so viel zu berichten, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst erzählen soll und welche Fotos ich am besten teile. Aber immer Schritt für Schritt. Demnächst werde ich von dem Ausflug in den Park der Legenden erzählen, bei dem mich besonders die Fotos geflasht haben. Du wirst dann schon merken, warum. Bis dahin musst du dich etwas gedulden. Und ich reise in der Zeit weiter und sammle unglaubliches Material über eine völlig andere Welt.


Bis bald!

Martin

8 Gedanken zu “Unglaubliche Ereignisse und Tränen der Freude

  1. Mega schön, das zu lesen, was du so alles erlebst und wie du dich fühlst. Freude, Freiheit, Lachen .. so schön. 😍😍😍 Und die schwangere Frau habe ich gleich erkannt. 👍

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      1. Für mich ist es genau richtig so, wie du es machst. Vielleicht kannst du manchmal noch eine Karte einfügen, wo das Geschehen ist oder wo du als nächstes hinfährst. Dann kann ich mir noch besser ein Bild davon machen. 😍👌🏻

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